Grundlagen Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) verstehen und richtig umsetzen: Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in aller Munde. Aber was steckt dahinter? Was habe ich als Arbeitgeber:in für einen Vorteil wenn ich BGM-Maßnahmen umsetze? Und welche Maßnahmen fallen überhaupt in diesen Bereich? Wie ordnet sich Firmenfitness in diesen Kontext ein?

All diese Fragen wollen wir in diesem Beitrag klären.

Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?

Definition des Begriffs: Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist laut Expertenkommission

  • eine systematische, zielorientierte und kontinuierliche Steuerung aller betrieblichen Prozesse, mit dem Ziel, Gesundheit, Leistung und Erfolg für den Betrieb und alle seine Beschäftigten zu erhalten und zu fördern,
  • die gesundheitsförderliche Befähigung der Beschäftigten,
  • in Abgrenzung zur Gesundheitsförderung die Integration in die Betriebsroutinen und kontinuierliches Betreiben der Management-Kernprozesse

Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist in diesem Zuge in 3 Säulen eingeteilt: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM), Arbeitsschutz. Rechtsgrundlage für das betriebliche Gesundheitsmanagement stellt §20 des SGB 5 dar. Der Leitfaden Prävention des GKV Spitzenverbands bildet dabei das grundlegende Regelwerk  >>Leitfaden Prävention.

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement BGM

 

Was bedeutet betriebliche Gesundheitsförderung und was fällt darunter?

Mit BGF können Unternehmen dazu beitragen, dass ihre Mitarbeiter:innen leistungsfähig und gesund bleiben. Die Krankenkassen bieten deshalb interessierten Betrieben Unterstützung bei der Planung und Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) an und unterstützen einzelne Angebote sogar finanziell. Welche Krankenkassen darunter fallen, finden Sie hier

Gesundheitsfördernde Maßnahmen werden in diesem Zusammenhang unterteilt in Verringerung von Belastung und Entwicklung von Ressourcen. Dabei wird zusätzlich unterschieden, ob der Fokus der Maßnahmen auf dem Arbeitsumfeld (Organisationsbezogen) liegt oder auf den einzelnen Mitarbeiter:innen (Mitarbeiterbezogen). Darunter fallen konkret z.B. folgende Maßnahmen:

Organisationsbezogen

Teamwork BGM

Verringerung der Belastung
  • ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
  • geeignete Arbeitsmittel und -hilfen
  • Verbesserung der Arbeitsmethoden
  • Beratungsangebote bei Sucht, Konflikten und Mobbing
Entwicklung von Ressourcen
  • Erhöhung des Handlungs- und Kontrollspielraums
  • Mischarbeitsplätze
  • Verbesserung des Kooperationsklimas
  • Schaffung einer Anerkennungskultur 
  • Leitbilder zum Führungsverhalten

 

Mitarbeiterbezogen

Lauftraining BGM

 Verringerung von Belastung
  • Stressmanagement
  • Rückenschule
  • Lauftrainings
  • Raucherentwöhnung
  • Beratungsangeboten
Entwicklung von Ressourcen
  • Qualifizierung der Mitarbeiter:innen
  • Schulungen und Kompetenztrainings
  • Qualifizierung der Führungskraft

 

Was bedeutet betriebliches Eingliederungsmanagement und was fällt darunter?

Betriebliches Eingliederungsmanagements soll dazu dienen, den Ursachen von Arbeitsunfähigkeitszeiten einer oder eines Beschäftigten nachzugehen und nach Möglichkeiten zu suchen, künftig Arbeitsunfähigkeitszeiten zu vermeiden oder zumindest zu verringern. Arbeitnehmer:innen, die länger als 6 Wochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, soll geholfen werden, möglichst frühzeitig wieder voll arbeitsfähig zu sein. Die Maßnahmen sind in drei Kategorien eingeteilt:

 

Was versteht man unter Arbeitsschutz?

Die Grundlage des Arbeitsschutzes ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Es verpflichtet Arbeitgeber:innen, Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und über notwendige Schutzmaßnahmen zu entscheiden. Darunter fallen Maßnahmen für z.B.:

  • sichere Arbeitsstätten- und Arbeitsplatzgestaltung
  • sicherer Arbeitsmitteleinsatz 
  • Lärmschutz
  • arbeitsmedizinische Vorsorge
  • Lastenhandhabung
  • Umgang mit Gefahr- oder Biostoffen
  • technische Sicherheit von Geräten, Produkten und Anlagen

 

Was ist Firmenfitness und wo ordnet es sich ein?

Wenn Unternehmen vergünstigte Tarife für das Training in Fitnessstudios für Mitarbeiter:innen bereitstellen, nennt man das Firmenfitness. Dazu können Unternehmen an Fitnessstudios herantreten und mit ihnen bestimmte Konditionen verhandeln. Firmenfitness fällt im BGM Kontext unter die betriebliche Gesundheitsförderung.

Eine weitere Möglichkeit Mitarbeiter:innen gesundheitlich zu fördern – welche für Unternehmen, je nach Größe, kostengünstiger sein kann – ist die Errichtung eines internen Fitnessbereichs, in dem z.B. Präventionskurse angeboten werden können. Das besondere an dieser Herangehensweise ist, dass nach §20 SGB 5 zertifizierte Präventionskurse von Krankenkassen bis zu 100% bezuschusst werden. In diesem Fall können Arbeitgeber:innen über die steuerbefreiten 44 Euro/Monat/Mitarbeiter:in weitere 600 Euro/Jahr/Mitarbeiter:in steuerfrei bezuschussen, da diese Maßnahmen unter § 3 Nr. 34 des Einkommensteuergesetzes (EStG) fallen. 

 

Wie so ein firmeneigenes Studio aussehen kann, sehen Sie hier.

 

Ist BGM verpflichtend für Unternehmen?

Maßnahmen zu betrieblichem Eingliederungsmanagement sowie Arbeitsschutz sind Pflicht in jedem Unternehmen. Betriebliche Gesundheitsförderung ist nicht verpflichtend – weshalb es aber dennoch sehr sinnvoll ist als Arbeitgeber:in Maßnahmen über das gesetzliche Mindestmaß hinaus anzubieten, klären wir im folgenden Abschnitt.

 

Was bringt mir als Arbeitgeber:in betriebliche Gesundheitsförderung?

Für eine:n Arbeitgeber:in gibt es kaum etwas kostenintensiveres als das Personal. Belastet wird dieser Kostenfaktor zusätzlich durch Fehltage, Unproduktivität, Mangel an gut qualifizierten Arbeitskräften. Die gute Nachricht: Es gibt Maßnahmen, welche sich positiv auf diese Kosten auswirken.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich betriebliches Gesundheitsmanagement auszahlt. Jeder in BGM investierte Euro spart demnach mindestens zwei Euro ein und hat somit einen positiven Return on Investment.

Die Auswertung mehrerer hundert Studien durch die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) zeigt: „Mit betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention lassen sich sowohl Kosten reduzieren, als auch die Gesundheit der Beschäftigten verbessern. Unter anderem können die Fehlzeitenraten von Beschäftigten durch Programme der Gesundheitsförderung um durchschnittlich 26 Prozent reduziert werden.“ (Quelle)

Gründe für den positiven ROI sind demnach bspw. Verringerung der Krankheitstage, Steigerung der Produktivität, Imageaufwertung des Unternehmens und damit besseren Zugang zu guten Mitarbeiter:innen. Grade der Punkt Imageaufwertung und Steigerung der Produktivität werden insbesondere durch Maßnahmen über das gesetzliche Mindestmaß hinaus begünstigt. Hier spielt die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) eine besonders entscheidende Rolle, denn in Zusammenarbeit mit Krankenkassen kann hier ein attraktives Angebot geschaffen werden.

 

 Hier finden Sie ein Beispiel, wie ein IT-Unternehmen das Thema BGF konkret angegangen ist

 

Das sollte ich als Arbeitgeber:in zum Thema BGM mitnehmen

Prozesse zum Arbeitsschutz und betrieblichem Eingliederungsmanagement sind in den meisten Unternehmen gang und gäbe, da sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Allerdings ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass Maßnahmen über das gesetzliche Mindestmaß hinaus die Wertschöpfung in einem Betrieb positiv beeinflussen. Schauen Sie sich also Ihr Unternehmen an und betrachten Sie das Arbeitsumfeld durch die Brille Ihrer Angestellten. Schaffen Sie ein positives Arbeitsklima? Bieten Sie attraktive Angebote zur Verbesserung der Gesundheit an? Fördern Sie Ihre Mitarbeiter:innen ausreichend?

 

Wenn Sie Fragen dazu haben, wie Sie ein attraktives BGF Angebot für Ihre Mitarbeitenden schaffen, melden Sie sich gerne bei uns

 

 


Häufige Fragen

Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?

Betriebliches Gesundheitsmanagement, abgekürzt BGM, soll betriebliche Prozesse systematisch steuern, mit dem Ziel die Gesundheit und Leistung der Beschäftigten eines Betriebs zu erhalten und zu fördern. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement ist in 3 Säulen eingeteilt: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und Arbeitsschutz.

Was bedeutet betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)?

Unter Betriebliche Gesundheitsförderung, abgekürzt BGF, fallen gesundheitsfördernde Maßnahmen welche die Verringerung von Belastung und Entwicklung von Ressourcen unterstützen sollen. Dabei wird unterschieden, ob der Fokus der Maßnahmen auf dem Arbeitsumfeld (Organisationsbezogen) liegt oder auf den einzelnen Mitarbeiter:innen (Mitarbeiterbezogen). Darunter fallen konkret z.B. folgende Maßnahmen:

  • ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
  • Verbesserung des Kooperationsklimas
  • Stressmanagement
  • Schulungen und Kompetenztrainings

Ist betriebliches Gesundheitsmanagement Pflicht für Unternehmen?

Maßnahmen zu Betrieblichen Eingliederungsmanagement sowie Arbeitsschutz sind Pflicht in jedem Unternehmen. Betriebliche Gesundheitsförderung ist nicht verpflichtend. Allerdings haben diverse Studien gezeigt, dass Maßnahmen über das gesetzliche Mindestmaß hinaus Fehltage um durchschnittlich 26% reduzieren kann, das Unternehmensimage verbessert und damit attraktiver für neue Arbeitskräfte ist und die Motivation steigert.

 

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