Krankengymnastik am Gerät (KGG, auch KG am Gerät) ist ein aktives Heilmittel der Physiotherapie: gerätegestütztes Training nach ärztlicher Verordnung, durchgeführt in deiner Praxis auf mindestens 30 m² Therapiefläche mit definierter Mindestausstattung. Für Praxisinhaber ist KGG doppelt spannend, als wirksame Therapieform und als einer der stärksten wirtschaftlichen Hebel im Heilmittelkatalog.

In diesem Guide beantworten wir die drei Fragen, die vor jedem KGG-Start stehen: Welche Geräte brauchst du für die Zulassung? Wie bekommst du sie auf deine Fläche, ohne dass der Raum aus allen Nähten platzt? Und ab wann rechnet sich das Ganze?

Was ist KGG und warum lohnt sich der Blick darauf?

KGG ist gerätegestützte Krankengymnastik zur Behandlung von Muskelinsuffizienzen, Muskeldysbalancen und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Einzeltherapie: Du behandelst bis zu drei Patienten parallel in einer Einheit von 60 Minuten. Ein Therapeut, drei Verordnungen, eine Stunde. Genau daraus entsteht der wirtschaftliche Hebel, zu dem wir weiter unten rechnen.

Wichtig fürs Suchverständnis und fürs Team: KGG, KG am Gerät, Krankengymnastik am Gerät und gerätegestützte Krankengymnastik meinen alle dasselbe Heilmittel. Die Abgrenzung zur Medizinischen Trainingstherapie (MTT) liegt im Rahmen: KGG ist eine Kassenleistung nach Heilmittelkatalog, MTT läuft meist im Anschluss an die Reha oder als Selbstzahler-Angebot. Die gute Nachricht: Die Geräteanforderungen überschneiden sich stark, wer KGG-fähig ausstattet, legt das Fundament für beides.

Welche Geräte brauchst du für die KGG-Zulassung?

Für die KGG-Zulassung fordern die Rahmenempfehlungen eine definierte Mindestausstattung auf mindestens 30 m² zusammenhängender Therapiefläche, mit einem Meter Sicherheitsabstand zwischen den Geräten. Konkret gehören dazu:

  • Zwei Zugapparate (Seilzüge) nebeneinander, mit Trainingsbank
  • Ein Vertikalzug
  • Eine Rückentrainingsmöglichkeit (z. B. Winkeltisch oder Lumbaltrainer)
  • Eine Funktionsstemme (Beinpresse)
  • Zubehör wie Fuß- und Handmanschetten oder Gurte

Klingt nach fünf großen Geräten plus Bank plus Zubehör. Und genau hier planen die meisten Praxen in die falsche Richtung: Sie denken jedes Element als Einzelgerät mit eigenem Stellplatz am Boden. Der Raum ist voll, bevor der erste Patient trainiert, und für Präventionskurse oder Selbstzahler-Angebote bleibt kein Quadratmeter übrig.

KGG-Geräte clever geplant: an die Wand statt in den Raum

Der Hebel liegt selten in mehr Fläche. Er liegt in der Frage, wo deine Geräte hängen. Mit der Multifunktionswand von Cube Sports (auch Bewegungswand oder Therapiewand genannt) wandern zentrale Elemente der KGG-Mindestausstattung von der Bodenfläche an eine einzige Wandfläche. Das patentierte Stecksystem trägt Seilzüge, Rückentrainer, Trainingsbank und Zubehör, und zwar schon ab einem Meter freier Wand, auch an Leichtbauwänden.

Element der Mindestausstattung Klassische Planung Mit der Cube Wand
Zugapparat (2×)2 Einzelgeräte im Raum2× proxomed-Seilzug an der Wand
VertikalzugEinzelgerät am BodenFunktion im Seilzug enthalten
RückentrainerEinzelgerät am BodenAdaption an der Cube Wand
TrainingsbankSteht im RaumAdaption an der Cube Wand
ZubehörVerteilt im RaumAn der Wand verstaut
FunktionsstemmeEinzelgerät am BodenBleibt bewusst separat stehen

Die Wand ersetzt nicht die komplette Mindestausstattung, die Funktionsstemme bleibt als Solist im Raum. Aber aus vielen Einzelgeräten wird eine Wand plus wenige Ergänzungen. Der Boden wird frei, und freier Boden ist der einzige Rohstoff, aus dem zusätzliche Angebote und zusätzlicher Umsatz entstehen. Über 30 Trainingsadaptionen machen aus derselben Wandfläche außerdem weit mehr als eine KGG-Station: von der Prävention bis zum Personal Training.

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Rechnet sich KGG?

Zwei Rechnungen entscheiden über die Investition.

Rechnung 1: Umsatz pro Therapeutenstunde. In der Einzeltherapie behandelst du einen Patienten pro Termin. In der KGG behandelst du bis zu drei Patienten parallel. Dieselbe Therapeutenstunde erwirtschaftet damit ein Mehrfaches, ohne dass dein Team schneller arbeiten muss. Bei vollem Fachkräftemangel ist das der Unterschied zwischen „ausgebucht" und „wirtschaftlich ausgebucht".

Rechnung 2: Umsatz pro Quadratmeter. Angenommen, du gewinnst durch die Wandlösung rund 15 m² Bodenfläche. Auf dieser Fläche läuft ein Präventionskurs mit 8 Teilnehmern à 120 € pro Kursblock. Ein Block bringt 960 €, bei 6 Blöcken im Jahr sind das 5.760 € zusätzlich aus Fläche, die dich vorher nur Miete gekostet hat (15 m² × 14 €/m² = 210 € im Monat). Setz deine realen Zahlen ein, die Richtung bleibt dieselbe: Freier Boden rechnet sich schneller, als die meisten denken.

Wie die Abrechnung im Detail funktioniert, von der P1-Verordnung bis zum Setup, haben wir im Artikel KGG abrechnen mit Cube Sports aufgeschrieben.

Dein Weg zur KGG-Zulassung in 3 Schritten

  1. Fläche und Wand prüfen. Miss deine zusammenhängende Therapiefläche (Ziel: mindestens 30 m²) und deine freien Wandmeter. Schon ab einem Meter Wand entsteht nutzbare Trainingsfläche, auch an Leichtbauwänden.
  2. Mindestausstattung planen, Pflicht von Kür trennen. Liste die geforderten Geräte auf und entscheide, was an die Wand wandert und was am Boden bleibt. Unsere Berater planen das kostenlos mit dir durch, inklusive Raumskizze.
  3. Zulassung bei den Kassen beantragen und abrechnen. Mit erfüllter Geräte- und Flächenanforderung beantragst du die KGG-Abrechnungserlaubnis. Wie die Abrechnung dann läuft, liest du im Abrechnungs-Guide.
Matthias Mauritz

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FAQ

Die häufigsten Fragen zu KGG-Geräten und Zulassung

Welche Geräte brauche ich für die KGG-Zulassung?

Die Mindestausstattung umfasst zwei Zugapparate mit Trainingsbank, einen Vertikalzug, eine Rückentrainingsmöglichkeit, eine Funktionsstemme und Zubehör wie Manschetten und Gurte, auf mindestens 30 m² Therapiefläche mit einem Meter Sicherheitsabstand zwischen den Geräten.

Wie viel Platz brauche ich für KGG?

Mindestens 30 m² zusammenhängende Therapiefläche. Mit einer wandbasierten Lösung wie der Multifunktionswand hängt ein Großteil der Ausstattung platzsparend an der Wand, sodass dieselbe Fläche zusätzlich für Kurse und Selbstzahler-Angebote frei bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen KGG und MTT?

KGG ist ein verordnungsfähiges Heilmittel der gesetzlichen Krankenkassen, MTT (Medizinische Trainingstherapie) läuft überwiegend in der Reha-Nachsorge oder als Selbstzahler-Leistung. Die Geräteanforderungen überschneiden sich stark, eine KGG-fähige Ausstattung deckt beides ab.

Ersetzt die Multifunktionswand die komplette KGG-Mindestausstattung?

Nein, und das sagen wir bewusst so klar: Seilzüge, Vertikalzugfunktion, Rückentrainer, Trainingsbank und Zubehör wandern an die Wand, die Funktionsstemme bleibt als separates Gerät im Raum. Die Wand ergänzt die Mindestausstattung platzsparend, sie ersetzt sie nicht vollständig.

Funktioniert die Wandmontage auch an Leichtbauwänden?

Ja. Das Stecksystem inklusive Seilzugadapter lässt sich auch an Leichtbauwänden montieren, nutzbare Trainingsfläche entsteht ab einem Meter freier Wand.

Wie viele Patienten darf ich in der KGG gleichzeitig behandeln?

Bis zu drei Patienten parallel pro Therapeut. Genau diese Parallelbehandlung macht KGG zu einem der wirtschaftlich stärksten Heilmittel für deine Praxis.